“Sturm der Liebe”-Star Antje Hagen: Kurzes Eheglück und Kriegstrauma
“Sturm der Liebe”-Star Antje Hagen: Bei diesem Dreh kam ihr Kriegstrauma wieder hoch
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von teleschauBild: IMAGO/Sven Simon
Die 87-Jährige ist der Fels in der Brandung und bildet gemeinsam mit ihrem Serien-Ehemann Alfons Sonnbichler (Sepp Schauer) das eigentliche Traumpaar in der ARD-Telenovela “Sturm der Liebe”: Hildegard Sonnbichler, gespielt von Antje Hagen. Diese blickt auf ein langes Leben mit vielen Höhe- und Tiefpunkten zurück.
“Wie in einer Großfamilie mit vielen Enkeln” fühle sie sich am “Sturm der Liebe”-Set, erzählte Schauspielerin Antje Hagen vor rund eineinhalb Jahren in der Zeitung “Münchner Merkur”. 4500 Folgen gibt es mittlerweile von dem ARD-Dauerbrenner, und die sportliche 87-Jährige ist von Beginn an als Sous-Chefin Hildegard Sonnbichler im Restaurant des Hotels Fürstenhof dabei. Dabei wollte sie als Kind eigentlich Försterin werden. Damals habe sie “gedacht, eine Försterin trägt schöne grüne Sachen und sucht den ganzen Tag Pilze”, gestand sie einst der Schweizer Illustrierten. Sie sei früher oft zum Pilze- und Beeren-Sammeln im Wald gewesen und habe großen Spaß daran gehabt. Das Sammeln hatte allerdings auch praktische Gründe: Antje Hagen war ein sogenanntes Trümmerkind, in den Nachkriegsjahren waren die Lebensmittel knapp.
Am Set vom Kriegstrauma eingeholt
1938 geboren, war ihr Start ins Leben kein leichter – ein verschüttetes Kindheitstrauma kam einmal sogar während “Sturm der Liebe”-Dreharbeiten auf: Nach dem Umzug in ein neues Studio wurde ein Bombenanschlag auf den Fürstenhof ins Drehbuch geschrieben, um Kulissen-Veränderungen erklären zu können. “Es wurde mit Sprengsätzen und Pyrotechnik gearbeitet, überall sind Steine geflogen”, erinnerte sich die Schauspielerin in einem Bunte-Interview. “Dieser Lärm hat bei mir etwas ausgelöst: Da sind Kindheitserinnerungen an die Bombennacht in Dresden hochgekommen, von denen ich nicht wusste, dass ich sie noch habe. Beim Dreh habe ich gezittert und bekam keine Luft mehr.”
Schönere Erinnerungen boten die 1950er-Jahre: Als Kind einer Theaterfamilie – ihre Mutter etwa war Solobratschistin am Dreispartentheater in Quedlinburg – hatte Antje Hagen schon früh Theaterluft geschnuppert. Nach dem Besuch der Höheren Handelsschule wurde sie 1957 an der Hamburger Schauspielschule aufgenommen und zwei Jahre später von Schauspiellegende Gustaf Gründgens (1899-1963) ans Deutsche Schauspielhaus der Hansestadt geholt, dessen Intendant er war. Später ging sie mit ihm auf Russland-Tournee, doch nach anfänglichen Erfolgen gab es auch berufliche Rückschläge – zwischenzeitlich verdiente die junge Schauspielerin laut einem Eintrag im Munzinger-Archiv ihr Geld auch als Kellnerin, Putzkraft und Paketpackerin.