Cheryl Shepard: Porträt des TV-Stars aus “In aller Freundschaft”

“In aller Freundschaft”-Star Cheryl Shepard: Ein Leben zwischen Ruhm, Neuanfängen und Patchwork

Aktualisiert: 

von Johanna Grauthoff
Schauspielerin Cheryl Shepard bei den Dreharbeiten zu “In aller Freundschaft” (2008).

Bild: imago stock&people

Zwölf Jahre lang prägte Cheryl Shepard die Sachsenklinik als Dr. Elena Eichhorn. Heute blickt die Schauspielerin auf ein Leben voller Neuanfänge und mutiger Entscheidungen – sowohl beruflich als auch im Privaten.

Steckbrief

  • Name: Heidi Cheryl Shepard
  • Geburtstag: 5. Februar 1966
  • Geburtsort: New York City
  • Wohnort: Rendsburg, Schleswig-Holstein
  • Größe: 1,74 m
  • Familienstand: verheiratet
  • Kinder: fünf Kinder

Eine Frau, die früh lernte, alles hinter sich zu lassen

Cheryl Shepard hat bis heute keine Angst vor Umbrüchen. Geboren in New York, begann ihr Leben mit einem radikalen Neustart, an den sie sich bis heute erinnert. Ihre Eltern entschieden innerhalb weniger Wochen, die USA zu verlassen und mit drei Kindern in die Schweiz zu ziehen. “Mein Vater war Journalist, konnte kein Deutsch und hatte keine Arbeit, wir hatten keine Wohnung, doch sie haben innerhalb von drei Wochen in den USA alles verkauft und sind nur mit dem Nötigsten in die Schweiz gezogen”, erzählt sie 2014 in einem Bild-Interview. Sie und ihre Zwillingsschwester waren damals knapp vier Jahre alt und ihre jüngere Schwester erst sieben Monate.

Zwölf Jahre “In aller Freundschaft” – und 612 Folgen Seriengeschichte

Nach ihrer Schauspielausbildung, mehreren Jahren am Theater und beim Film und Fernsehen lernte das deutsche Publikum Cheryl Shepard ab 2003 als Dr. Elena Eichhorn kennen. Die Ärztin mit den langen dunklen Haaren gehörte bis 2014 zu den festen Gesichtern von “In aller Freundschaft” – und war in insgesamt 612 Folgen zu sehen. Sie spielte die Partnerin von Dr. Martin Stein, verkörpert von Bernhard Bettermann.

Als Shepard 2014 aus der Sachsenklinik ausschied, waren viele Fans überrascht. Einen konkreten Anlass gab es dafür allerdings nicht. In einem Format, in dem regelmäßig neue Ärztinnen und Ärzte hinzukommen und andere nach einer gewissen Zeit wieder verschwinden, war ihre Rolle vergleichsweise lose eingebunden. Für die Produktion bot sich damit die Möglichkeit, Platz für neue Figuren zu schaffen, ohne einen großen erzählerischen Einschnitt zu riskieren.

Für Shepard war das Grund für einen Neuanfang – auch äußerlich: Statt langen Haaren wagte sie einen Kurzhaarschnitt und verlor sichtlich an Gewicht.

Serienerfolg als Sicherheit und gleichzeitige Abhängigkeit

Rückblickend spricht Shepard offen über die Schattenseiten einer Dauerrolle. Zwölf Jahre feste Gage bedeuteten Stabilität – vor allem, als ihre Kinder noch klein waren. Doch zugleich fühlte sie sich eingeschränkt, wie sie der “Bild” erzählte: “Die Serienrolle in ‘In aller Freundschaft’ ist zwar ein großes Glück, sie bedeutet aber auch eine gewisse Zwangsabhängigkeit. Man wird bequem. Andere Produktionen rufen nicht mehr an, weil sie denken, sie hat keine Zeit.”

Finanzielle Sorgen wollte sie nach dem Serien-Aus nicht an sich heranlassen: “Ich möchte in meinem Leben keine Angst haben und lasse diese auch nicht zu. Zur Not kann ich es genauso machen wie meine Kollegen in den USA. Da sind 90 Prozent der Schauspieler Kellner. Das habe ich auch schon während meiner Ausbildung gemacht, und ich war sogar recht gut.”

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *